European Standards

EN 12464-1: „Beleuchtung von Arbeitsstätten Teil 1: Arbeitsstätten in Innenräumen“

 

Diese europäische Norm definiert die Gütemerkmale  für die Beleuchtung von Arbeitsplätzen und ihrer unmittelbaren Umgebung. So werden hier u. a. die erforderlichen Beleuchtungsstärken nach Art der Arbeit und Sehaufgabe in Tabellenform festgelegt.

 

Definition von Arbeitsbereich und Umgebungsbereich

In der Norm wird zwischen der Arbeits- und Umgebungsbereich unterschieden. Ist die künftige Arbeitsplatz-Anordnung unbekannt, oder möchten Sie diese auch später frei variieren können, so bietet sich eine raumbezogene Beleuchtung an. D. h. Sie entscheiden sich für eine Beleuchtung, die im gesamten Raum die entsprechenden Qualitätskriterien für die Arbeitsplatzbeleuchtung einhält. Bei einer Arbeitsbereich bezogenen Beleuchtungsplanung dagegen wird der Arbeitsbereich stärker, die Umgebung aber schwächer ausgeleuchtet.

 

Direktblendung
Die Norm definiert zwei Grenzwerte zur Einschränkung direkter Blendung. Sie legt – in Abhängigkeit von der Leuchtdichte – rund um die Leuchte einen minimalen Abschirmungswinkel, und sie definiert für jede Sehaufgabe ein maximales Unified Glaring Rating (UGRL). Die Normwerte reichen von UGR 16 (nicht blendend) bis hin zu UGR 28 (blendend).

 

Blendungsbegrenzung bei Bildschirmarbeit
Selbst auf modernen Flachbildschirmen kann die Beleuchtung störende Reflexionen verursachen. Deshalb gibt die Norm Grenzwerte für die Direktblendung durch die künstliche Beleuchtung (mittlere Leuchtdichte) vor. Für normale Arbeitsplätze liegt – abhängig von der Art des Bildschirms - die Grenze bei 1000 cd/m² bzw. 200 cd/m² rund um die Leuchte bei einem Ausstrahlungswinkel von 65° (55° bei Arbeitsplätzen besonderen Anforderungen).

 

Farbwiedergabe
Auch für die Qualität der Farbwiedergabe legt die Norm für fast alle Aufgaben einen Farbwiedergabe-Index (Ra) als Mindestanforderung fest. Hierfür spielen die ausgewählten Lampen eine entscheidende Rolle. Je höher der Index-Wert, desto besser die Farbwiedergabe. In Räumen, in denen Sie sich lang aufhalten, benötigen Sie Lampen mit einem Ra von mindestens 80.

 

Empirisch ermittelter Wartungsfaktor
Sind Lampen, Leuchten und Raum neu, oder frisch renoviert, so geben die Leuchten ihrem maximalen Lichtstrom ab, und die Leuchten bzw. die Raumflächen reflektieren das auftreffende Licht optimal. Nach einer gewissen Zeit kommt es durch die natürliche Alterung zu Lichtverlusten: der Lampen-Lichtstrom sinkt, die Lampen, oder die Elektronik der Leuchten fällt aus, Leuchte und Raum verschmutzen und reflektieren so weniger Licht, etc. Diesem normalen Lichtverlust muss – gemäß EN 12464-1 – bei einer Beleuchtungsplanung durch einen sog. Wartungsfaktor Rechnung getragen werden.

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